Ruth Weiss

Ruth Weiss in Fürth geb. 1924 als Ruth Löwenthal, Tochter jüd. Eltern. 1930 eingeschult in Nürnberg, ab 1931 Rückersdorf bis Beginn 1933, danach Umzug nach Fürth in der Israelitischen Realschule, Fürth bis 1936 und Flucht nach Johannesburg, Südafrika.
Nach 1940 Matrikulation, Angestellte ab 1941 bis 1944 in Rechtsanwaltbüro, danach in Buchhandlung ihres späteren Mannes Hans L. Weiss, gefolgt ab 1944 bis 1960 Prokuristin der Versicherungsgesellschaft SA Mining & General Ins. Co.(im Jahr 1953/4 Unterbrechung in London bei Elek Books Verlag, London). Ab 1954 auch Assistentin ihres Mannes als Korrespondentin für deutsche Medien und dadurch Reisen in Afrika.
1960-1965 Business Editor von Newscheck, gefolgt von Journalistin der Financial Mail, Johannesburg, weitere Reisen in Afrika. Geburt ihres Sohnes 1966. Ab 1966 Bürochefin in Südrhodesien (Zimbabwe) bis zur 1968 Deportation als persona non grata wegen unbequemer Berichtererstattung. Auch in Südafrika stand sie auf der Schwarzen Liste, sodass ihr die Einreise verboten war und ihr die südafrikanische Nationalität entzogen wurde. Es folgte eine Anstellung im Wirtschaftsteil des Guardian, London bis 1970 vor Umzug nach Zambia als Wirtschafts-redakteurin der Times of Zambia und Korrespondentin der Financial Times, London bis 1975, auch Mitarbeiterin anderer Medien wie Africa Business, Gemini Feature Service, BBC u.a.Ab 1975 – 1978 Anstellung als Chef vom Dienst bei der Afrika Redaktion, Deutschen Welle, Köln. Danach Umzug nach London bis 1982 als freie Journalistin vor Umzug nach Zimbabwe zur Ausbildung von WirtschaftsjournalistInnen, auch Mitbegründerin einer Wirtschaftszeitschrift,(( zuletzt Tätigkeite des (damals geheimen) Zimbabwe Inst. for Southern Africa (ZISA) Projekts des Cold Comfort Trusts um Nicht-Weiße und Weiße Südafrikaner zusammen zu bringen.

Im darauffolgenden Ruhestand wurde sie Ehrenmitglied ihrer Gewerkschaft, der National Union of Journalists. Ab 1992 begann sie auf der Insel Wight Romane zu schreiben, was sie weiter verfolgte, wie auch Besuche in deutschen Schulen u. a. Vorstellungen. Ab 2003 bis 2015 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Lüdinghausen, Westfalen, ab 2015 nach Dänemark zur Familie ihres Sohnes in Dänemark.
2009 unternahm sie eine Reise nach Sambia und Südafrika im Zusammenhang einer Einladung zu einem Symposium in Sambia der Naumann-Stiftung und 20 Jahren Wiedervereinigung – „Mauern niederreißen“ – des Goethe-Institut wo sie auch Denis Goldberg trifft. Im folgenden Jahr reiste sie erneut nach Afrika um im Auftrag des Weltfriedensdienstes um 30 Interviews mit dortigen Zeitzeugen zu führen, die an ZISA teilgenommen hatten. Sie sollte feststellen, welche Wirkung das Projekt gehabt hatte.


BIBLIOGRAPHIE (Auszug)

Strategic Highways of Africa (Friedman 1977) mit Guy Arnold. Analyse des Einflusses der von Kolonialmächten erbauten Infrastruktur in Afrika.

Die Frauen von Zimbabwe (Frauenbuchverlag 1983) – auch veröffentlicht als The Women of Zimbabwe (Kesho Publishers 1983). Einige Berichte von und über Zimbabwe Widerstands-kämpferinnen gegen das weiße Regime in den 1960er/70er Jahre.

Die Saat geht auf – Zimbabwes Landwirtschaft (Peter Hammer Verlag 1987) u. a. eine Anklage gegen pharmazeutische Unternehmen, die Chemikalien an Kleinbauern vermarkteten.

Afrika den Europäern (Peter Hammer Verlag) zusammen mit Hans Mayer. Ein Blick auf die von Bismarck 1884 einberufene Kongo Konferenz (auch bekannt als Berliner Konferenz) an der 14 Nationen aber kein Afrikaner teilnahm.

Feresia mit Fotos von dem Fotografen Graham de Smidt. (Peter Hammer Verlag 1988) Ein Kinderbuch über Zimbabwe.

Wege im harten Gras, Erinnerungen an Deutschland, Südafrika und England. Autobiographische Erzählungen, mit Nachwort von Nadine Gordimer. (Peter Hammer Verlag 1994)

Zimbabwe and the New Elite (British Academic Press 1994). Zimbabwes soziales und politisches Leben während der ersten Unabhängigkeitsdekade.

Nacht des Verrats (Horlemann Verlag 2000). Ein junger Rechtsanwalt geht einem Verbrechen während der Apartheids-Ära nach.

Meine Schwester Sara (Maro Verlag 2002). Ein kleines Waisenkind wird von einer eliten Familie in Südafrika adoptiert.

Die Löws. Eine jüdische Familiensage in Deutschland. (Edition AV 2020). Sieben Bände die den Aufstieg, Niedergang und auch das Überleben einer Familie mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges beginnt und im 21. Jahrhundert endet. (Der Judenweg, Die Nottaufe, Der Aufstieg, Der Niedergang, Schwere Prüfung, Das Nachspiel und Kurzroman Die Mishpoche).

Der Spitze Hut (Edition AV 2020). Zur Zeit der Pestjahre des 14. Jahrhundert erlitten Juden Verfolgung und Massaker.

 

EHRUNGEN

Im Ruhestand Ehrenmitglied ihrer britische Gewerkschaft National Union of Journalists (NUJ)

1988  Feresia (Peter Hammer Verlag) wurde als eins der besten Kinderbücher des Jahres genannt
1997  Das Kinderbuch Sascha und die neun alten Männer (Peter Hammer Verlag 1997) wurde als eins der 13 besten Bücher des Jahres vom Kath. Kinderpreis gelistet
2002 und 2016  Meine Schwester Sara wird als Plädoyer gegen den Rassismus zur Pflichtlektüre an den Realschulen in Baden-Württemberg(bislang als einziges Buch 2x ausgewählt)
2005  Nominierung für den alternativen Friedensnobelpreis durch die schweizerische OrganisationPeaceWomenAcross the Globe (FriedensFrauen Weltweit), Verleihung des „Goldene Kleeblatt der Stadt Fürth“
2007  Meine Schwester Sara Hörbuch (Diwan Verlag) mit Lesung Dietmar Schönherr wurde als eins der besten Hörbücher des Jahres aufgelistet
2010  Benennung einer Realschule in Aschaffenburg nach ihr
2010  Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
2019  Ehrenpreis der Deutschen Afrika Stiftung
2020  Ehrenpräsidentin des PEN Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland (Exile PEN)
2021  Ehrenauszeichnung der Obermayer Stiftung
Seit Mai 2021 erinnert die erste Gedenktafel für Weiss in Fürth an die dortige Wohnung in der sie geboren wurde und gewohnt hatte


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