Solidarerklärung des PEN Zentrums

Trotz der massiven Drohungen aus Peking wurde der in China geborene schwedische Publizist Gui Minhai am Freitagabend, dem 15.November 2019, in Stockholm mit dem Tucholsky-Preis ausgezeichnet. Der leere Stuhl auf der Bühne symbolisierte die Anwesenheit Minhais, der seit einigen Jahren an einem unbekannten Ort in China festgehalten wird.

Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland steht solidarisch an der Seite der wegen der Verleihung praktisch mit Leib und Leben bedrohten Kolleginnen und Kollegen des schwedischen PEN.

Dabei hat China mit dem Inhalt seiner Drohung nicht nur den Versuch unternommen, die Meinungsfreiheit in einem europäischen Land zu unterdrücken, sondern vielmehr die Kontrolle über die Denk-und Meinungsfreiheit in Schweden zu erzwingen. Dieser Rückgriff auf die drastischen Maßnahmen des Kalten Krieges ist wahrlich beunruhigend.

Wir appellieren deshalb auch  an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages, sich in der hieraus provozierten diplomatischen Krise an die Seite der schwedischen Regierung zu stellen.