Hans Dieter Zimmermann

Geboren am 29. Juli 1940 in Bad Kreuznach. Stefan George Gymnasium in Bingen am Rhein. Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Mainz und Berlin (Freie und Technische Universität). Promotion bei Walter Höllerer an der TU Berlin mit einer Arbeit zur politischen Rhetorik (Die politische Rede, drei Auflagen im Kohlhammer Verlag Stuttgart). Journalistische Tätigkeit bei Hörfunk und Fernsehen.

1965 Redakteur des „Spandauer Volksblatt“ in Berlin.

1969 bis 1975 Sekretär der Abteilung Literatur der Akademie der Künste Berlin/West. U.a. Colloqium über Samuel Beckett, Ausstellung über Comic Strips. Lehrauftrag an der Universität Hannover, Lehrstuhl Hans Mayer; dort auch Habilitation.

Seit 1970 Besuche in Prag zur Unterstützung verfolgter Schriftsteller. Ende 1973 Festnahme am Flughafen Prag und Ausweisung. Zehn Jahre Einreiseverbot. Seit 1976 verheiratet mit einer Pragerin, vier Kinder.

1975 bis 1987 Professor für neuere deutsche Literatur an der J. W. Goethe – Universität in Frankfurt am Main. Wiederbegründung der Poetik – Dozentur zusammen mit Helmut Brackert und Siegfried Unseld, Mitglied der Poetik – Kommission der Universität (siehe: Poetik. Essays zur Frankfurter Poetik – Dozentur, hrg. mit H.D. Schlosser, Frankfurt a.M. 1988). Viermal Mitglied der Jury des Alfred Döblin Preises Berlin unter der Leitung von Hans–Werner Richter. Seit 1987 Professor am Institut für Literaturwissenschaft der TU Berlin. Gastprofessuren in Jerusalem und Rom.

Werke, Auszeichnungen und weitere Tätigkeiten:

Untersuchungen zur Literaturtheorie (Vom Nutzen der Literatur, Frankfurt a.M. 1977. – Trivialliteratur ? Schema–Literatur ! Stuttgart 1979), zur Literatur der Romantik (Heinrich von Kleist. Eine Biographie. Reinbek 1992), zur Nachkriegsliteratur (Der Wahnsinn des Jahrhunderts. Die Verantwortung der Schriftsteller in der Politik. Stuttgart 1992 – Literaturbetrieb Ost/West. Die Spaltung der deutschen Literatur von 1948 bis 1998, Stuttgart 2000), zur klassischen Moderne (Der babylonische Dolmetscher. Zu Franz Kafka und Robert Walser. Frankfurt a.M. 1985).

Vier Konferenzen zu Franz Kafka und seinem Umfeld, die letzte im Prager Goethe–Institut 1992 (Kafka und das Judentum, hrg. mit Margarita Pazl, Würzburg 1991. – Nach erneuter Lektüre: Kafkas „Der Prozeß“. Würzburg 1992. – Kafka a Praha, herausgegeben mit Kurt Krolop, Berlin 1994). Außerdem: Rilke – ein europäischer Dichter aus Prag, hrg. mit P. Demetz und J. W. Storck, Würzburg 1998. Mehrere Konferenzen mit polnischen Schriftstellern und Literaturwissenschaftlern, zuletzt „Mythen und Stereotypen auf beiden Seiten der Oder“, erschienen in der Schriftenreihe des Forum Guardini, Berlin 2000.

Geschäftsführender Herausgeber der Tschechischen Bibliothek in deutscher Sprache in 33 Bänden. Seit 1999 erschienen jährlich vier Bände. Die Robert Bosch Stiftung Stuttgart finanziert die Bibliothek, die in der Deutschen Verlagsstadt Stuttgart und München erscheint. Herausgeber sind weiterhin Peter Demetz, Jiri Grusa, Peter Kosta und Eckhard Thiele.

Mitglied der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft und des PEN Zentrums deutschsprachiger Schriftsteller im Ausland, Mitglied des Präsidiums Guardini – Stiftung Berlin und der Hans Werner Richter – Stiftung Bansin. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Peter – Huchel – Gedenkstätte“, der das Haus des Lyrikers in Wilhelmhorst bei Potsdam als Gedenkstätte und literarischen Treffpunkt verwaltet. Orden des Thomas Garrigue Masaryk durch Präsident Vaclav Havel am 28. Oktober 2000. Mitglied der Jury des Kafka – Preises der Stadt Prag und des Kafka Zentrums Prag 2001 und 2002. Lebt in Berlin und Prag.

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